Zu Hause an der Oder. Erinnerungen und Bilder von der neuen Heimat in Westpolen

Datum/Zeit
Date(s) - 22/08/2019
19:00 - 22:00

Veranstaltungsort
Schloss Hernsheim, Worms

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Zu Hause an der Oder. Erinnerungen und Bilder von der neuen Heimat in Westpolen. Vortrag von Prof. Dr. Beata Halicka im Schloß Herrnsheim, Worms

Schloss Herrnsheim, Herrnsheimer Hauptstraße 1, 67550 Worms, Blauer Saal

Vortrag mit Lichtbildern, Prof. Dr. Beata Halicka (Adam Mickiewicz Universität in Poznań),

Eintritt frei

Der Oderraum ist eine Region, die vom Zweiten Weltkrieg und von erzwungenen Migrationen besonders stark betroffen wurde. Östlich der Oder und Neiße mussten die meisten Deutschen ihre Heimat verlassen. An ihre Stelle trat die polnische Bevölkerung, die zum großen Teil ebenso aus Flüchtlingen und Vertriebenen bestand. Der Prozess der kulturellen Aneignung der Region vollzog sich auf unterschiedlichen Wegen. Sinnlose Zerstörung und Tilgung des Vorgefundenen gingen oft einher mit dem Wiederaufbau des im Krieg Zerstörten sowie mit einem mühsamen Neuanfang, der auch die mitgebrachten Traditionen bewahren wollte. Nach turbulenten Nachkriegsjahren, die oft als die Zeit von „Polens Wildem Westen“ bezeichnet wird, stabilisierte sich die Lage allmählich. Es dauerte jedoch noch etwa drei Generationen, bis sich die neuen Bewohner der Region an der Oder zu Hause fühlen konnten. Woher kamen die Menschen? Warum dauerte die Beheimatung so lange? Diesen Fragen wird im Vortrag mit Hilfe von aufgeschriebenen Memoiren und Fotos aus der Nachkriegszeit nachgegangen.

Beata Halicka ist Professorin an der Historischen Fakultät der Adam Mickiewicz Universität in Poznań. Sie ist Autorin von mehreren Büchern und Artikeln sowie die Herausgeberin der Anthologie „Mein Haus an der Oder. Erinnerungen polnischer Neusiedler in Westpolen nach 1945“. Für das Buch „Polens Wilder Westen – Erzwungene Migration und die kulturelle Aneignung des Oderraums 1945-48“ erhielt sie 2016 den Identitas Preis für das beste historische Buch in Polen.

 

Link zur Veranstaltung.

Simon verbrachte im Rahmen seines Geschichtsstudiums zwei Semester an der Universität Warschau. Derzeit promoviert er zur preußisch-polnischen Geschichte an der Martin-Luther-Universität Halle/Saale. Seine Interessen gelten vor allem der aktuellen Politik und der Kultur in Polen.

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